Endogene Peptide – was sind sie und welche Funktionen haben sie im menschlichen Körper?

Lebende Organismen bestehen aus Millionen verschiedener Teilchen und Substanzen, die ihre Funktionsfähigkeit bestimmen. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei Eiweiße. Obwohl wir sie meist mit der Muskulatur in Verbindung bringen, besitzen sie – in bestimmten Formen – noch viele andere entscheidende Eigenschaften. Zu diesen gehören unter anderem Peptide, darunter auch solche endogenen Ursprungs. Was genau sind sie? Welche Bedeutung haben Peptide im Bodybuilding? Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, was endogene Peptide sind und warum sie wichtig sind, findest du in diesem Artikel eine ausführlichere Erklärung.

Was sind Peptide und welche Funktionen erfüllen sie im Körper?

Peptide sind kurze Aminosäureketten, weniger komplex aufgebaut als Proteine. In der Regel umfasst ihre Länge einige bis mehrere Dutzend Aminosäuren (meist bis etwa 50). Eine klare wissenschaftliche Grenze, ab der eine Verbindung nicht mehr als Peptid gilt, gibt es jedoch nicht.
Im Körper entstehen sie oft durch die Spaltung größerer Proteine oder treten in Form von:

  • Hormonen,
  • Neuropeptiden,
  • peptidartigen Zytokinen
    auf.

Ein Teil von ihnen kann zudem durch die Verdauung von Nahrungsproteinen freigesetzt werden.

Die grundlegende Aufgabe dieser Verbindungen ist die Kommunikation zwischen den Zellen. Sie wirken wie biologische Signale und regulieren Prozesse im Körper, darunter Stoffwechselvorgänge, Regeneration oder hormonelle Abläufe. Es gibt außerdem bioaktive Peptide, die eine spezifische physiologische Funktion erfüllen.

Beispiele: Sie können Schlaf und Stimmung beeinflussen, das Immunsystem stärken oder die Regeneration nach dem Training unterstützen. Ebenso reagieren sie auf verschiedene Reize und fördern die Anpassungsfähigkeit des Körpers. Darüber hinaus haben sie eine wichtige Wirkung im Immunsystem, indem sie Entzündungen und oxidativen Stress reduzieren. Typische Vertreter sind:

  • Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1), das die Insulinfreisetzung reguliert und den Appetit beeinflusst,
  • Neuropeptide wie Endorphine, die die zelluläre Kommunikation steuern und durch Spaltung größerer Vorläufermoleküle entstehen,
  • Nahrungspeptide, die während der Verdauung von Proteinen freigesetzt werden und regulierende Funktionen übernehmen können.

Endogene Peptide im Sport und Bodybuilding

Wie aus der Beschreibung hervorgeht, können Peptide sowohl endogen sein als auch exogen zugeführt werden (etwa durch Nahrung oder pharmakologische Mittel). Beide Gruppen spielen eine große Rolle für die Funktionalität des Körpers.
In diesem Abschnitt betrachten wir jedoch insbesondere endogene Peptide, die vom Körper selbst als Reaktion auf bestimmte Reize produziert werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Ernährung,
  • körperliche Aktivität,
  • Schlaf,
  • Stress.

Wie funktioniert das? Wenn du intensiv trainierst, dich passend ernährst und auf Regeneration achtest, erzeugt das mechanische und metabolische Reize. Der Körper muss darauf angemessen reagieren. Während des Trainings entstehen zum Beispiel mikroskopisch kleine Muskelschäden, die repariert werden müssen. Steigende Trainingsumfänge erhöhen zusätzlich die Anforderungen an Kraft und Ausdauer. Peptide vermitteln dabei die notwendigen Signale zur Anpassung.

Sie informieren den Körper, dass er sich an neue Bedingungen anpassen muss – sei es höhere Lasten zu bewältigen, häufiger zu trainieren oder eine höhere Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Besonders viele dieser Prozesse laufen im Ruhezustand ab, also während des Schlafs.

Peptide haben im Bodybuilding jedoch nicht nur in Bezug auf Muskelaufbau und Kraftentwicklung große Bedeutung. Bioaktive Varianten können auch dabei helfen, Körperfett als Energiequelle effizienter zu nutzen. Somit unterstützen sie nicht nur die Fettreduktion, sondern auch die Körperrekomposition.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien durchgeführt, die zeigen, wie der Körper durch bestimmte Reize die Produktion endogener Peptide steigert, insbesondere die Aktivierung der GH-IGF-1-Achse. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  1. Regelmäßiges Training steigert die Produktion von GH und IGF-1 (abhängig von Alter, Gesundheit und Trainingsform).
  2. Schon eine einzelne Einheit Kraft- oder Ausdauertraining kann IGF-1 erhöhen.
  3. Krafttraining und HIIT haben einen starken Einfluss auf die GH-IGF-1-Achse.
  4. Das Training großer Muskelgruppen mit hoher Intensität und hoher Gesamtlast verbessert die anabole Reaktion.
  5. Schlaf und ausreichende Pausen sind entscheidend – ohne Regeneration verpufft selbst das beste Training.
  6. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß (bei sehr hart trainierenden Sportlern bis zu 2,2 g pro kg Körpergewicht) ist unverzichtbar – ein zu großes Kaloriendefizit oder zu wenig Protein schwächen die GH-IGF-1-Aktivität.
  7. Fortschritt ist notwendig, um den Körper zu neuer Anpassung anzuregen.
  8. Übertraining und Stress bremsen die Produktion von GH und IGF-1; zu viel Cortisol kann sogar katabole Prozesse auslösen.

Exogene Peptide – ein möglicher Weg zu besseren Ergebnissen?

Neben den endogenen gibt es exogene Peptide. Sie stammen meist aus der Nahrung, doch Athleten nutzen teilweise synthetische Peptide für die Leistungssteigerung.
Es handelt sich um künstlich hergestellte Verbindungen, oft isolierte Fragmente größerer Proteine (z. B. von Wachstumshormon), die gezielt bestimmte Funktionen ausüben. Die meisten dieser Stoffe wurden in den 70er und 80er Jahren für medizinische Zwecke entwickelt, gelten heute aber als Forschungschemikalien, da ihre langfristigen Auswirkungen nicht ausreichend untersucht sind.

Zu den typischen Peptiden, die im Sport eingesetzt werden, gehören:

  • BPC-157 – unterstützt Regeneration und den Aufbau fettfreier Muskelmasse,
  • HGH Fragment 176-191 – ein Teil des Wachstumshormons, der die Fettverbrennung steigern kann,
  • CJC-1295 kombiniert mit Ipamorelin – fördert die Ausschüttung von Wachstumshormon über verschiedene Mechanismen.

Peptide – lebenswichtige Eiweiße

Endogene Peptide spielen eine enorme Rolle, besonders wenn der Körper hohen Belastungen ausgesetzt ist. Sie ermöglichen Anpassungsprozesse, fördern Kraft- und Muskelaufbau und unterstützen die Regeneration. Ihre Produktion lässt sich gezielt beeinflussen – durch strukturiertes Training, eine ausgewogene Ernährung und ausreichenden Schlaf.

Exogene Peptide hingegen können gewisse Grenzen überwinden helfen, gelten jedoch weiterhin als Dopingmittel und ihre Nebenwirkungen sind nicht vollständig erforscht.