SARMs und Peptide im Kontext von Verletzungen – was sagt die Wissenschaft zur Regeneration?

In der Bodybuilding-Szene kommen unterschiedliche Substanzen zum Einsatz, deren Ziel nicht nur der schnellere Muskelaufbau, mehr Kraft oder bessere Ausdauer ist. Ein entscheidender Aspekt jedes Trainingsplans – auch wenn man leistungssteigernde Mittel nutzt – bleibt die richtige Regeneration. Sie wird umso wichtiger, wenn eine Verletzung aufgetreten ist. In diesem Artikel betrachten wir genauer, wie SARMs und Peptide, zwei Wirkstoffgruppen, die unter Kraftsportlern große Aufmerksamkeit genießen, im Zusammenhang mit Verletzungen und deren Heilung eingesetzt werden können.

Was sind SARMs und Peptide? Ähnlichkeiten und Unterschiede

SARMs zur Steigerung von Kraft, Muskelmasse und Leistungsfähigkeit binden an den Androgenrezeptor und wirken gezielt an Muskel- und Knochengewebe. Da sie selektiv sind, beeinflussen sie androgenabhängige Strukturen – etwa die Prostata – deutlich weniger und verursachen potenziell weniger Nebenwirkungen als klassische Steroide. Man geht davon aus, dass sie auch medizinisch sinnvoll sein könnten (z. B. bei Osteoporose oder Muskelabbau), doch im Bodybuilding werden sie vor allem dafür genutzt, Muskelwachstum und Regeneration zu fördern.

Peptide hingegen – sowohl für die Regeneration als auch zur Unterstützung der Fettverbrennung oder des Aufbaus fettfreier Muskelmasse – bestehen aus kurzen Aminosäureketten und dienen häufig als Signalmoleküle. Viele von ihnen werden als mögliche Unterstützung bei der Heilung von Weichteilen, Sehnen, Bändern, Knochen und sogar Nervengewebe betrachtet (z. B. Selank). Sie können lokal, direkt an der Verletzungsstelle, oder systemisch wirken und beeinflussen u. a. die Angiogenese und die Aktivität von Fibroblasten.

Einsatz von SARMs in der Verletzungsregeneration

Das regenerative Potenzial von SARMs hängt eng mit ihrem Wirkmechanismus zusammen: Die Aktivierung des Androgenrezeptors fördert die Proteinsynthese. Damit schützen SARMs nicht nur vor weiterem Muskelabbau, sondern unterstützen auch den Wiederaufbau von Muskulatur – ein Vorteil besonders in Phasen reduzierter Aktivität.

Tierstudien zeigen zudem, dass SARMs die Expression von Genen steigern, die an der Verbindung von Nerven und Muskeln beteiligt sind, was auf einen schützenden Effekt auf das Nervengewebe hinweist. Zu den häufig genannten SARMs mit besonderem Nutzen für die Regeneration gehören:

• Ostarine (MK-2866) – hilft beim Erhalt der Muskelmasse, unterstützt Heilungsprozesse und stärkt die Muskulatur während der Reha.
• Ligandrol (LGD-4033) – stark anabol, hilfreich bei Muskel- und Knochenverletzungen, häufig als Reha-Unterstützung empfohlen.
• Testolone (RAD-140) – wirkt sehr anabol und wird oft in Regenerationsphasen oder beim Wiedereinstieg nach Verletzungen genutzt.
• Ibutamoren (MK-677) – kein klassisches SARM, aber oft in diesem Zusammenhang genannt, da es GH und IGF-1 erhöht, Regeneration fördert und die Schlafqualität verbessert.

Diese Substanzen sind daher unter Sportlern beliebt, die eine schnelle und stabile Wiederherstellung anstreben.

Einsatz von Peptiden bei der Behandlung von Verletzungen

Viele wissenschaftliche Arbeiten deuten darauf hin, dass Peptide ein großes Potenzial für die Regeneration besitzen – sowohl für Muskeln als auch für Nerven und Knochen. Einige Peptide fördern nachweislich die Osteogenese, die Migration osteogener Vorläuferzellen und die Knochenheilung. Sie können oral oder lokal per Injektion verabreicht werden, wobei beide Ansätze in Studien positive Effekte gezeigt haben.

Peptide unterstützen die Heilung, indem sie:
• die Angiogenese fördern,
• die Migration regenerativer Zellen anregen,
• die extrazelluläre Matrix modulieren,
• Entzündungsprozesse reduzieren.

Zu den bekanntesten Peptiden zählen:

• BPC-157 – eines der am häufigsten erwähnten Mittel bei Verletzungen; unterstützt die Heilung von Weichteilen, Sehnen und Bändern durch gesteigerte Angiogenese, Kollagenbildung und Zellmigration.
• TB-500 – wirksam bei Weichteilverletzungen, oft in Kombination mit BPC-157 eingesetzt; zeigt auch Potenzial bei der Heilung von Knochen.

Perspektiven für den Einsatz beider Stoffgruppen

Sowohl Peptide als auch SARMs weisen Eigenschaften auf, die sie zu vielversprechenden Hilfsmitteln bei Verletzungen machen könnten. Allerdings beruhen viele Erkenntnisse noch auf Tiermodellen oder Einzelfällen, während groß angelegte Studien am Menschen fehlen. Trotz zahlreicher positiver Berichte bleibt unklar, welche langfristigen Folgen die Einnahme dieser Substanzen haben kann.