Menschen, die sich für den Einsatz von Dopingmitteln entscheiden, tun dies oft mit dem Bild ihres zukünftigen Körpers vor Augen. Wer sich jedoch genauer mit dem Thema befasst, weiß, dass den Vorteilen auch gesundheitliche Risiken gegenüberstehen. Anabol-androgene Steroide wirken sowohl auf den Hormonhaushalt als auch auf die Leber. Das kann zu Störungen im Glukosestoffwechsel und zu damit verbundenen Gesundheitsproblemen führen. Besonders relevant ist hier der Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Steroiden sowie mögliche schwerwiegende Folgeerkrankungen. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte weiterlesen.
Was ist Insulinresistenz?
Unter Insulinresistenz versteht man eine Stoffwechselstörung, bei der die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin reagieren. Dies zwingt die Bauchspeicheldrüse dazu, mehr Insulin zu produzieren. Dadurch steigt der Appetit, während sich der Stoffwechsel verlangsamt, was zu einer Zunahme des Körperfetts führt. Häufig entsteht ein Teufelskreis:
- höherer Nahrungsverzehr führt zu mehr Fettgewebe,
- mehr Körpermasse und Kalorienbedarf erfordern mehr Insulin,
- ein hoher Insulinspiegel steigert wiederum den Appetit und verlangsamt den Stoffwechsel weiter.
Dieses Phänomen betrifft nicht nur Personen mit Essstörungen, sondern auch Kraftsportler, die Steroide verwenden. Obwohl Steroide den Stoffwechsel teilweise positiv beeinflussen können, kann falsche Anwendung zu Insulinresistenz führen. Langanhaltende Insulinresistenz in Kombination mit anderen Problemen – bekannt als metabolisches Syndrom – kann in Typ-2-Diabetes und weitere Erkrankungen münden.
Ursachen der Insulinresistenz
Bei manchen Menschen spielen genetische Faktoren eine Rolle, etwa eine angeborene verminderte Insulinempfindlichkeit oder strukturelle Defekte des Hormons. In den meisten Fällen jedoch ist die Ursache ein ungesunder Lebensstil. Häufig sind dies Fehler in der Ernährung: kalorienreiche Kost mit einfachen Zuckern und Transfetten. Auch extrem kalorienarme Diäten oder Fasten können durch Mangelzustände Insulinresistenz begünstigen.
Wie hängt nun Insulinresistenz mit Steroiden zusammen? Einige AAS können die Insulinempfindlichkeit verringern, sodass Glukose schlechter verwertet wird und der Blutzuckerspiegel steigt. Eine Studie am Universitätskrankenhaus Herlev in Kopenhagen zeigte, dass Männer mit aktueller oder früherer Steroidnutzung trotz weniger Körperfett mehr viszerales Fett in den Organen aufwiesen – ein Risikofaktor für Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes.
Wie wirken Steroide auf den Blutzuckerspiegel?
Seit Mitte der 1970er Jahre ist bekannt, dass Steroide den Blutzuckerspiegel erhöhen können. Ursache ist vor allem die Beeinträchtigung der Leberfunktion und der peripheren Glukoseaufnahme. Betroffen sind unter anderem:
- Stanozolol,
- Anapolon,
- Testosteron,
- Superdrol,
- Trenbolon,
- Metanabol.
Hyperglykämie tritt bei 20–50 % der Nutzer auf – auch bei Patienten ohne vorherige Diabetesneigung. DHT-abgeleitete Steroide können die Glukoseproduktion in der Leber erhöhen und gleichzeitig deren Wiederaufnahme hemmen. Symptome sind unter anderem:
- vermehrtes Wasserlassen,
- starkes Durstgefühl,
- gesteigerter Hunger,
- Zittern,
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen,
- Konzentrationsprobleme,
- Schwindelgefühle.
Welche Rolle spielt Insulin im Bodybuilding?
In der Bodybuilding-Szene gilt Insulin als stark anabol. Mehr Insulin könnte theoretisch Vorteile bringen. Wenn die Zellen jedoch nicht mehr richtig reagieren, kann dies zu Insulinresistenz und in der Folge zu Diabetes führen.
Wie kann man Insulinresistenz oder Diabetes vermeiden oder die Folgen von AAS abmildern?
- Reduktion von raffinierten Kohlenhydraten,
- Zufuhr gesunder Fette (Omega-3, -6, -9),
- Ballaststoffreiche Ernährung,
- Tägliche körperliche Aktivität,
- Magere Proteinquellen bevorzugen.
So lässt sich die Insulinempfindlichkeit verbessern. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen und bei Bedarf Anpassung des Steroidzyklus oder der Einsatz von Medikamenten wie Metformin sind ebenfalls ratsam. Durch Steroide ausgelöster Diabetes kann sich nach Absetzen oft wieder zurückbilden – vor allem bei kurzer Einnahme.
Regelmäßige Gesundheitskontrollen während des Zyklus sind Pflicht
Steroide können das Aussehen optimieren, aber auch ernsthafte Stoffwechselprobleme verursachen. Wer sie nutzt, sollte deshalb seinen Gesundheitszustand regelmäßig überprüfen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig erkennen.
