Stenabolic, chemisch SR-9009, ist ein synthetischer Agonist des Rev-Erbα-Rezeptors – eines nuklearen Rezeptors, der den circadianen Rhythmus, die mitochondriale Biogenese und den Energiestoffwechsel reguliert. Entwickelt wurde die Substanz 2012 von Thomas Burris am Scripps Research Institute, ursprünglich zur Erforschung von Schlafstörungen und Stoffwechselerkrankungen. In der Athletenszene gilt SR-9009 als der ergänzende Partner zu Cardarine – beide steigern die Ausdauer drastisch, aber über unterschiedliche pharmakologische Mechanismen. Standarddosen liegen bei 20–30 mg pro Tag, aufgeteilt auf 3–4 Einzeldosen wegen der kurzen Halbwertszeit. Der Beitrag erklärt Wirkmechanismus, korrekte Dosierungsstrategie, Stack-Kombinationen und die Grenzen der oralen Bioverfügbarkeit.
Was ist Stenabolic und wie wirkt es als Rev-Erbα-Agonist?
Stenabolic aktiviert den Rev-Erbα-Rezeptor in Muskelzellen, Leber und Adipozyten und steigert mitochondriale Biogenese sowie Fettoxidation.
Der Rev-Erbα-Rezeptor ist ein nuklearer Rezeptor, der die zelluläre Uhr und mehrere Stoffwechselwege steuert. Wenn SR-9009 an Rev-Erbα bindet, erhöht es die konstitutive Repression bestimmter Gene und stimuliert gleichzeitig die Biogenese neuer Mitochondrien in den Skelettmuskelfasern. Praktisch bedeutet das: Die Muskelzelle baut innerhalb weniger Wochen mehr Energiestationen auf, was die aerobe Kapazität messbar verbessert. In der berühmten Burris-Studie von 2012 zeigten Mäuse unter SR-9009 eine um 50 % verlängerte Laufzeit im Vergleich zu Kontrolltieren – ein Effekt, der die Substanz “Exercise in a Pill” eingebracht hat.
Im Unterschied zu Cardarine wirkt SR-9009 nicht über PPARδ, sondern direkt am Rev-Erbα-Rezeptor – beide Mechanismen führen aber zu ähnlichen praktischen Effekten: höhere Ausdauerleistung, beschleunigte Fettoxidation, verbesserte Stoffwechselparameter. Die häufige Einordnung als “SARM” ist pharmakologisch falsch – SR-9009 bindet nicht an den Androgenrezeptor und gehört technisch zu den Rev-Erb-Agonisten. Konkrete Produktangaben findet man in der Kategorie Stenabolic; eine breitere Übersicht aller SARMs bietet die Sektion SARM. Tieferes Wissen zur SARM-Klassifizierung liefert unser Beitrag SARMs vs. anabole Steroide.
Welche Wirkungen erzeugt SR-9009 bei Anwendern?
Stenabolic verbessert die Ausdauer um 30–50 %, beschleunigt den Fettabbau und reduziert Entzündungsmarker – subtiler als Cardarine.
Die Wirkungen entwickeln sich über 3–4 Wochen mit kontinuierlicher Anwendung – schneller als unter klassischen anabolen Substanzen, langsamer als unter Stimulanzien. Anwender berichten von einer subjektiven Verbesserung der Trainingsausdauer ab Woche 2, gefolgt von messbarer Steigerung in der Cardio-Leistung und einem leichten, aber stetigen Rückgang des Körperfetts.
Die typischen Effekte im Überblick:
Im Vergleich zu klassischen Stimulanzien-basierten Fettverbrennern wie Clenbuterol erzeugt SR-9009 keine kardiovaskulären Nebenwirkungen, kein Zittern, keine Schlafstörungen – die Wirkung basiert auf Stoffwechselverschiebung statt auf β-adrenerger Stimulation. Diese pharmakologische Eigenheit macht es besonders attraktiv für Anwender, die bei klassischen Fettbrennern schlecht schlafen oder unter Herzklopfen leiden.
Welche Dosierung und welcher Einnahmerhythmus sind optimal?
Die Standard-Dosierung liegt bei 20–30 mg pro Tag, aufgeteilt auf 3–4 Dosen alle 4 Stunden – die kurze Halbwertszeit limitiert die Praxis.
Diese Halbwertszeit ist das zentrale Problem in der Praxis. Wer Stenabolic einmal pro Tag einnimmt, hat nach 8 Stunden bereits unterklinische Spiegel und nach 12 Stunden praktisch keinen Wirkstoff mehr im Blut. Für optimale Wirkung müsste die Substanz alle 3–4 Stunden im Wachzustand eingenommen werden – 5–6 Dosen pro Tag, was im Alltagsbetrieb praktisch nicht durchführbar ist. Pragmatisch fahren die meisten Anwender 2–3 Einzeldosen pro Tag und akzeptieren suboptimale Spiegel zwischen den Einnahmen.
| Anwender | Tagesdosis | Aufteilung | Zyklusdauer |
| Anfänger | 10 mg | 2× 5 mg (morgens + vor Training) | 8 Wochen |
| Standard | 20 mg | 3× 6–7 mg (morgens, mittags, vor Training) | 10 Wochen |
| Fortgeschritten | 30 mg | 4× 7,5 mg (morgens, mittags, nachmittags, vor Training) | 10–12 Wochen |
| Cut mit Stack | 20 mg | 2–3 Dosen + Cardarine 15 mg | 8 Wochen |
Die einzige Einzeldosis, die alle Anwender konsequent einhalten sollten, ist die 45 Minuten vor dem Training – hier entfaltet SR-9009 die maximale akute Wirkung auf Ausdauer und Fettoxidation. Die Einnahme erfolgt oral mit oder ohne Mahlzeit; die orale Bioverfügbarkeit ist allerdings deutlich begrenzt (Schätzungen zwischen 2 % und 5 %), weshalb manche fortgeschrittene Anwender auf injizierbare Formen ausweichen, die in der Underground-Szene seit einigen Jahren verfügbar sind.
Wie sieht der Endurobol-Stack mit Cardarine aus?
Der Endurobol-Stack kombiniert SR-9009 mit Cardarine – beide verstärken mitochondriale Biogenese und Fettoxidation über separate Rezeptorpfade.
Während Cardarine am PPARδ-Rezeptor wirkt und die Genexpression dort moduliert, aktiviert Stenabolic Rev-Erbα und beeinflusst die circadiane Genregulation. Beide Pfade konvergieren in der Förderung mitochondrialer Funktionen und Fettoxidation, was die kombinierte Wirkung deutlich stärker macht als die Summe der Einzelwirkungen.
Standard-Endurobol-Stack:
Anwender berichten unter dem Endurobol-Stack von einer Ausdauer-Verbesserung, die deutlich über das hinausgeht, was Cardarine solo erzeugt. Marathonläufer und Triathleten nutzen die Kombination häufig in der Vorbereitungsphase auf große Wettkämpfe – die WADA-Verbotsliste umfasst beide Substanzen, weshalb Wettkampfsportler unter Dopingkontrolle die Kombination konsequent meiden müssen. Nachweiszeiten liegen bei beiden Substanzen bei 1–4 Wochen nach Absetzen.
Welche Risiken und Limitationen sollte man kennen?
Die orale Bioverfügbarkeit von SR-9009 liegt bei nur 2–5 % – manche Anwender halten die Substanz daher für wirkungslos.
Die niedrige Bioverfügbarkeit ist die größte pharmakologische Schwäche von SR-9009. Während Cardarine zu 70–80 % oral resorbiert wird, gelangen bei Stenabolic nur wenige Prozent der eingenommenen Dosis tatsächlich in den Blutkreislauf – der Rest wird vor der Resorption verstoffwechselt oder ausgeschieden. Das erklärt, warum manche Anwender keine Wirkung spüren, obwohl sie die Substanz nach Vorschrift einnehmen. Underground-Hersteller haben verschiedene Lösungsansätze entwickelt: liposomale Formulierungen, injizierbare Suspensionen und sublinguale Darreichungsformen – die Wirksamkeit dieser Alternativen ist allerdings nicht ausreichend untersucht.
Schwerwiegende systemische Nebenwirkungen sind in der publizierten Literatur nicht dokumentiert. Tierstudien zeigten bei Hochdosen leichte Veränderungen der Schilddrüsenfunktion und Modulation der Lipidwerte, beides in der Regel reversibel nach Absetzen. Die HPTA-Achse wird nicht beeinflusst, was SR-9009 zu einem PCT-freien Compound macht. Theoretische Bedenken zur langfristigen Wirkung auf den circadianen Rhythmus existieren, sind aber durch experimentelle Daten nicht eindeutig belegt – wer SR-9009 mehrere Monate kontinuierlich fährt, sollte den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beobachten und bei Anomalien absetzen. Schwangerschaft und Stillzeit sind Kontraindikationen mangels Studiendaten. Anwender mit aktiver Krebserkrankung sollten SR-9009 nicht anwenden, weil die mitochondriale Stimulation theoretisch das Tumorwachstum begünstigen könnte – diese Sorge ist allerdings spekulativ und nicht durch klinische Daten gestützt.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Stenabolic (SR-9009) ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht als Arzneimittel zugelassen und steht auf der WADA-Verbotsliste. Konsultieren Sie vor der Anwendung immer einen qualifizierten Arzt oder Endokrinologen. Inhalte basieren auf publizierten Studien zu Rev-Erbα-Agonisten (Burris et al., Solt et al.) und der dokumentierten Praxiserfahrung der Athletengemeinschaft.
